Warum ist herkömmliche Grillkohle schlecht für die Umwelt?

Wenn der Sommer beginnt, die Tage wieder wärmer und die Abende länger werden, heißt das eins: Die Grillsaison ist eröffnet! Grillen gehört für die Deutschen schon lange zur Kultur und ist mehr als nur eine Art, Essen zubereiten. Rund 97% der Deutschen grillen gerne und nutzen es als gemeinschaftliches Ritual bei Familienfeiern oder Nachmittagen. Beim Grillen schwören sie auf Grillkohle, diese ist neben Strom und Gas das beliebteste Brennmaterial. Bestätigt wird das auch von den Importzahlen, im Jahr 2019 wurden über 180.000 Tonnen Holzkohle nach Deutschland importiert, was es zum Land mit den größten Importzahlen in Europa macht. 

Doch woher kommt unsere Grillkohle eigentlich? 

Was viele nicht wissen ist, dass die Holzkohle, die zum Grillen verwendet wird, oft aus zweifelhaften Quellen in Osteuropa oder aus tropischen Gebieten stammt. Nur ein Viertel der in der EU verbrauchten Grillkohle wird auch in Europa hergestellt. Die übrigen drei Viertel werden importiert, der Großteil davon aus Ländern wie der Ukraine, Indonesien, Nigeria oder Paraguay. In diesen Ländern sind Probleme wie Korruption, illegaler Holzschlag und Waldzerstörung weit verbreitet. Die Herstellung von Holzkohle treibt in diesen Ländern die Entwaldung voran, bedroht die Tier- und Pflanzenarten und heizt die Klimaerwärmung an. Mit einem Anteil von bis zu 30 % trägt der damit einhergehende illegale Holzhandel erheblich zur Entwaldung und damit zum Klimawandel und Artensterben bei. Tropenwälder sind unerlässlich für den Schutz des Weltklimas und den weltweiten Artenbestand und somit schadet die Produktion herkömmlicher Grillkohle dem globalen Umweltschutz. Zusätzlich sind auch die langen Transportwege der Holzkohle nach Deutschland und die dadurch entstehenden hohen CO2-Emissionen, ein großes Problem. 

Grillkohle fällt nicht unter die Europäische Holzhandelsverordnung und kann vollkommen unkontrolliert in Europa verkauft werden. Dies begünstigt Umweltkriminalität und insbesondere illegalen Holzeinschlag. Auf den Verpackungen von Grillkohle muss außerdem nicht angegeben werden, wie das Holz geerntet wurde, um welche Baumart es sich handelt und aus welchem Gebiet es stammt. Eine Studie des WWF aus dem Jahr 2020 zeigt, dass mehr als die Hälfte der getesteten Grillkohlen keine Informationen zu Holzart- oder Herkunft aufwiesen. Für Konsumierende ist es daher schwer, bei ihrem Einkauf den Überblick zu behalten und Grillkohle zu kaufen, die umweltschonend produziert wurde. 

Worauf kann ich beim Kauf von Grillkohle achten? 

Da die Angaben auf den Verpackungen der Grillkohle oft unvollständig sind, bietet sich vor dem Einkauf eine Recherche im Internet an. Ein guter Einstieg bietet beispielsweise die EU-Marktanalyse des WWF zum Thema Grillkohle.  

Sie beinhaltet eine Übersicht von verschiedenen Anbietern und Informationen über die Herkunft und Zusammensetzung der jeweiligen Grillkohle. Zusätzlich gibt es mittlerweile viele klimaschonende Kohlealternativen aus anderen Materialien wie Mais oder Kokos und bald auch unsere „öKohle“, die CO2-sparend aus regional angebautem Schilf hergestellt wird.